Nicht nur Camping an sich liegt im Trend. Alte VW-Busse werden umgebaut und in kleine Wohnoasen umfunktioniert. Credit: Adobe Stock
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Eine Nacht im Holzfass

Der Pandemie zum Trotz: Die Schweizer Campingplätze verzeichneten mit 4,2 Millionen Übernachtungen auch vergangenes Jahr einen Besucheransturm. Was steckt hinter dem Trend?

Simone Klemenz

«Tatsächlich ist unser Campingplatz während der Sommerferien schon ausgebucht», sagt Marcel Zysset bereits im März.

Zusammen mit seiner Familie betreibt er das Camping Aaregg, das unmittelbar am Brienzersee liegt. Der Camping-Boom ist in der Schweiz trotz Pandemie ungebrochen.

Zeichen dafür sind nicht nur die ausgebuchten Plätze, sondern auch die steigende Nachfrage nach Camping-Fahrzeugen. «Der Verkauf an Wohnmobilen hat ebenfalls deutlich zugenommen», sagt Zysset, der auch Präsident von Swisscamps ist, dem Dachverband Schweizerischer Campings.

«Camping ist zu einem Lifestyle-Erlebnis geworden.»

Doch nicht nur Campen an sich liegt im Trend: Auch selbst Hand anzulegen, scheint den Schweizerinnen und Schweizern derzeit zu gefallen. So werden fleissig alte VW-Busse umgebaut und in kleine Wohnoasen umfunktioniert. «Unternehmen wie Yellowcamper, myCamper oder Indiecampers verzeichnen derzeit Rekordumsätze.» Bei Yellowcamper kann man nicht nur Camper kaufen oder mieten sondern auch einen Umbau-Gehilfen hinzuziehen.

2020 verzeichneten die Schweizer Campings 4,2 Millionen Übernachtungen, also etwa gleichviele wie im Vorjahr. Dies, obwohl die Plätze aufgrund der Pandemie erst am 8. Juni öffnen durften und die ausländischen Gäste weitgehend ausblieben. Deren Anteil macht laut Zysset normalerweise rund die Hälfte aller Gäste aus.

Ab ins Vogelnest

Wie ist dieses anhaltende Camping-Fieber zu erklären? «Camping ist zu einem Lifestyle-Erlebnis geworden», stellt Zysset fest. «Es symbolisiert Abenteuer.» Dabei würden die Gäste zunehmend einen Gusto für ausgefallenere Übernachtungsmöglichkeiten entwickeln: «Je verrückter der Schlafplatz, desto besser.» So würden die verschiedenen Betreiber immer mehr auf Innovatives wie Vogelnester, Weinfässer und Tipis setzen.

«Je verrückter der Schlafplatz, desto besser.»

In eine andere Richtung als das Interesse an Campingferien entwickelt sich hingegen die Anzahl an Campingplätzen. Derzeit gibt es in der Schweiz um die 400 Plätze, Tendenz sinkend. «Das Problem in der Schweiz sind die Landreserven», weiss Zysset. Die Umzonung eines Landstückes sei oft eine langwierige und schwierige Angelegenheit. Umso mehr empfiehlt es sich, bereits früh einen passenden Platz auf seinem Lieblings-Camping zu buchen.

Am türkisblauen Wasser

Camping Aaregg, Brienz

Das Familiencamping Aaregg schmiegt sich an den Brienzersee, was besonders Wasserratten freuen dürfte. Mit einem Kinderkino und einem Piratenland bietet das Camping gerade auch für die Kleinen viel Abwechslung. Übernachtet wird ganz luxuriös auch in Bungalows mit Seeblick oder einem Pod House. Für Marcel Zysset, der den Platz mit seiner Familie betreibt, ist der Schnitzlerweg, der von zahlreichen Holzskulpturen gesäumt wird, eines der Highlights der Region. Zudem gebe es viele wunderschöne Plätze für Stand-up-Paddler.

Zwischen weissen Gipfeln

Camping des Glaciers, La Fouly

Das Camping befindet sich am Fusse des Dolent-Massivs auf 1600m ü. M. Übernachtet wird mitten auf der saftigen Bergwiese, umgeben von Tannen. Für Betreiber Alain Darbellay ist das beeindruckende Panorama und die naturnahe Lage das Besondere am Platz. Die Umgebung ist ein Paradies für Wandervögel und Mountainbiker, auch Fischen ist möglich. Darbellays Lieblingsplatz in der Nähe des Campings? «Der Bergsee Fenêtre auf 2500m ü. M. mit Ausblick auf den Mont Blanc.»

Umgeben von grünen Wäldern

Camping Morteratsch, Pontresina

Der idyllische Campingplatz Morteratsch liegt auf 1860m ü. M. Seit 2012 wird er von der Familie Käch geführt. Was gefällt den Betreibern an ihrem Platz besonders? «Die hochalpine Lage mit Blick auf den Piz Bernina, dem einzigen 4000er der Ostalpen, das naturbelassene Areal mit mehreren Wäldchen, vielen Bächlein und zwei Seen.» Übernachtet wird auch in gemütlichen Schlaffässern. Für Wanderer empfehlen die Kächs die über dem Morteratschgletscher gelegene Bovalhütte.

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