Das Photovoltaikkraftwerk im indischen Bundesstaat Telangana ist das bisher grösste durch den Impact-Investor ThomasLloyd finanzierte Projekt. Es ist im Januar ans Netz gegangen. Credit: ThomasLloyd
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Der Impact des Privatanlegers

Investitionen nicht nur für die Rendite, sondern für einen sozialen und ökologischen Effekt wachsen stark. Worauf man dabei achten muss.

Valentin Ade

Nachhaltig investierte Vermögen sind eine der am schnellsten wachsenden Anlageklassen. Innerhalb dieses weiten Felds sticht das sogenannte Impact Investing besonders hervor. Dabei geht es nicht nur darum, sein Geld renditeträchtig zu investieren, sondern auch, einen positiven sozialen oder ökologischen Effekt zu erreichen.

Gemäss dem Global Impact Investing Network waren 2019 weltweit bereits 715 Mrd. $ «mit Impact investiert». 2017 waren es erst 228 Mrd. Und der Trend zeige weiter steil nach oben. Dabei handelt es sich hier nicht um einen geschützten Begriff, wie Michael Sieg, Gründer und CEO des Impact-Investors ThomasLloyd, warnt: «Es müssen Investitionen sein, die einen konkreten sozialen und ökologischen Effekt haben, zum Beispiel in Form von eingespartem CO2 oder geschaffenen Arbeitsplätzen.»

Einige Möglichkeiten

Investiert wird oft in Schwellenländern, die bei Finanzintegration oder Infrastruktur grosse Mängel aufweisen. Der Klassiker ist hier das Thema Mikrofinanz, die Versorgung von KMU mit Kapital – eine Spezialität des weltweit führenden Schweizer Impact-Investors BlueOrchard, der 7 Mrd. $ verwaltet. Oder nachhaltige Infrastrukturprojekte, wie Photovoltaikkraftwerke, in denen ThomasLloyd, die 3,7 Mrd. € verwaltet, stark ist. War Impact Investing lange die Domäne von Institutionellen, ist das Thema «mittlerweile zu den Privatanlegern herübergeschwappt», sagt Tillmann Lang, Gründer von Yova, dem ersten Schweizer Robo Advisor in dem Bereich.

«Es müssen Investitionen sein, die einen konkreten sozialen und ökologischen Effekt haben, zum Beispiel in Form von eingespartem CO2 oder geschaffenen Arbeitsplätzen.»

Für Private gibt es hier heute eine Reihe an Produkten. Zum einen existieren günstige börsengehandelte Fonds (ETF), deren Emittenten den Index eines Anbieters passiv nachbilden und so beispielsweise in Unternehmen der Energieinfrastruktur oder der Wasserwirtschaft investieren. Unter den teureren, aktiv verwalteten Fonds finden sich Vehikel, die auf Unternehmen der Krebsforschung spezialisiert sind oder mit Fokus auf Geschlechtergerechtigkeit.

Und auch die erwähnte Yova bietet dem Privatanleger ein diversifiziertes Portfolio, das er sich nach eigenen Präferenzen zusammenstellen kann. Gemeinsam haben diese Produkte, dass sie auf Aktien von kotierten Unternehmen setzen. Teilweise sind darunter keine Geheimtipps. So finden sich im ETF zur Minderheitenförderung als grösste Positionen die US-Tech-Riesen Apple, Amazon, Google und Microsoft. Den Fonds zur Krebsforschung führen die Pharmakonzerne AstraZeneca, Merck, Roche und Amgen an. Wie immer ist auch hier dem Anleger ein genauer Blick auf das Faktenblatt des jeweiligen Produkts geraten, zu finden über die ISIN (International Securities Identification Nummer). Gefallen Kosten, Domizil und Bestandteile des jeweiligen Produkts?

Fürs grosse Portemonnaie

ThomasLloyd-CEO und Impact-Profi Sieg kritisiert: «Wenn Sie schlicht am Sekundärmarkt Aktien kaufen, haben Sie so gut wie keinen realwirtschaftlichen Effekt. Impact Investing findet in der echten Welt statt, in realen Assets», sagt der Investor, der in Infrastrukturprojekte anlegt, wohl nicht ganz überraschend. Anbieter wie ThomasLloyd und BlueOrchard haben ebenfalls Fonds für Retailanleger im Angebot, die Mittel fliessen direkt in konkrete Projekte.

Doch der Anleger muss hier teils mindestens 100 000 Fr. investieren, und das Geld ist dann für eine feste Laufzeit von oft über einem Jahr gebunden. Dem Privatanleger mit kleinerem Portemonnaie bleiben vorerst also die günstigeren beschriebenen Produkte. Yova-Gründer Lang sagt, dass man sehr wohl auch über die Investition in kotierte Gesellschaften einen Impact erreichen könne, allein schon indem man vorbildliche Unternehmen den Nachzüglern oder den Sündern in dem Bereich vorziehe. Bei einem sind sich die Befragten allerdings einig: Impact Investing werde weiter wachsen, und die Produktpalette auch für die Privatanleger werde sich vergrössern.

Erschienen: Finanz und Wirtschaft, Nr. 20, 13. März 2021

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