In der Distillerie Berta in Mombaruzzo wird seit 1947 weltbekannter Grappa gebrannt.
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Barbaresco, Barbera, Barolo – und Grappe von Berta

In der lieblichen, hügeligen norditalienischen Region Piemont mit ihren mittelalterlichen Städtchen werden einige der besten Gewächse Italiens kultiviert.

Artur K. Vogel

Fredy Wiederkehr, Berner mit Aargauer Wurzeln, ist ein Pionier: 2001 gründete er Foxtrail, eine Art Schnitzeljagd zur spielerischen Erkundung von Städten.

Die ersten Trails entstanden im Berner Oberland; inzwischen gibt es rund 50. 2019 verkaufte Wiederkehr die Firma. Stattdessen betreibt er nun, zusammen mit seiner Partnerin Romy Dübener, einer Berner Sopranistin, das Landgut Giarvino im Piemont nahe der malerischen Bäderstadt Acqui Terme. «Giarvino», ein Kunstwort aus «Giardino» (Garten) und «Vino» (Wein), umschreibt ziemlich präzis die Intentionen der neuen Besitzer: Das Gut mit acht Zimmern und Suiten soll ein Rückzugsort für Ruhesuchende und Geniesser inmitten der Natur sein. Ein eigener Rebberg liefert dabei den Wein.

Weltweit bekannter Grappa

Vom Giarvino aus lässt sich das Piemont ideal erkunden, zum Beispiel die Distillerie Berta im 15 Kilometer entfernten Mombaruzzo. Wäre da nicht die unübersehbare Menge sorgfältig gestapelter Eichenfässer, könnte man sich in einer Kathedrale wähnen. Einer etwas psychedelischen Kathedrale, denn die Beleuchtung wechselt stetig von tiefem über helleres Blau hin zu Violett, verschiedenen Rottönen, Gelb und Grün und wieder zurück. Dezente klassische Musik lässt einen in einen meditativen Zustand fallen. Lange hält man es hier allerdings nicht aus: Ein schwerer alkoholischer Duft hängt im Raum. In der Distilleria Berta wird seit 1947 aus Trester, den Überresten der Weinproduktion, weltweit bekannter Grappa gebrannt.

Zu dieser Reportage beigetragen hat Mövenpick Wein, Baar ZG.

Das Piemont ist berühmt für seinen Wein, der durch seine Qualität auffällt. Alberto Chiarlo leitet die 1956 gegründete Weinbaufirma Michele Chiarlo in Calamandrana, nahe der Stadt Nizza Monferrato, mit seinem Bruder in zweiter Generation. Er führt das Renommee der Piemonteser Weine auf «Tradition und Disziplin» zurück: «Disziplin im Weinberg und Disziplin im Weinkeller. Liebe zum Detail. Leichtigkeit und Leidenschaft. Nachhaltigkeit und Experimentierfreude.» Auf Chiarlos Weinbergen mit 110 Hektar Fläche wachsen Nebbiolo (für Barolo und Barbaresco), Barbera sowie Weissweine. Seine besten Barbera tragen die Herkunftsbezeichnung «Nizza DOCG». «DOCG» können sich nur Weine nennen, die in einem definierten Gebiet wachsen und gekeltert werden.

Früher vor allem Spumante

Viel älter als die Weinbaufirma Chiarlo ist jene der Familie Coppo in Canelli, ein paar Kilometer südlich von Nizza Monferrato. 1892 gründete Pierro Coppo hier die Firma, die ursprünglich vor allem den süsslichen Weisswein Moscato d’Alba und den Asti Spumante herstellte, einen lieblichen Schaumwein.

Im historischen Weinkeller der Familie Coppo schlummern in den Fässern derweil vorwiegend Rotweine.
Im historischen Weinkeller der Familie Coppo schlummern in den Fässern derweil vorwiegend Rotweine.

Heute produziert Coppo auf 56 Hektar nur etwa 400 000 Flaschen im Jahr. Das Weingut ist für seine überragenden Rotweine bekannt, von denen Tausende Flaschen in weitläufigen, historischen Weinkellern unter dem Firmensitz lagern. Luigi Coppo, Firmenchef in der vierten Genera­tion, nennt die alten, verstaubten Flaschen «unser Archiv». Im modernen Degustationsraum können wir diverse Barberas verkosten, alles DOCG-Weine. Auch ein Chardonnay befindet sich im Angebot. Und sogar ein Barolo DOCG wird in Canelli 30 Monate in grossen Holzfässern ausgebaut. Eigentlich darf DOCG-Barolo nur im Erzeugergebiet abgefüllt werden, das sich rund 40 Kilometer westlich von Canelli befindet. «Aus geschichtlichen Gründen wird bei uns eine Ausnahme gemacht», sagt Luigi Coppo. Er habe früh erkannt, sagt der britische Weinkenner und Autor Hugh Johnson, «dass guter Wein von intelligenten und interessanten Personen in schöner Umgebung kreiert wird». Auf wenige Weingegenden dürfte dieser Satz so genau zutreffen wie auf das Piemont.

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