Er ist als ständiger Begleiter auf der Rundwanderung mit dabei und sorgt für eine schöne Aussicht: der Thunersee.  Credit: Adobe Stock
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Einmal rund um den Thunersee

Der Thunersee-Panoramaweg im Berner Oberland ist eine genussvolle Viertageswanderung vorbei an historischen Stätten, geheimnisvollen Höhlen und über spektakuläre Hängebrücken, das prächtige Berg- und Seepanorama stets vor Augen.

Caroline Doka

Den Auftakt zur Viertagestour Thunersee-Panoramaweg macht ein Bummel durch die historische Thuner Altstadt mit Abstecher zur Seepromenade, wo die Passagierschiffe vor Anker liegen.

Dann überquert man wie als Startsignal die Aare und lässt die Stadt hinter sich. Still geben Schloss Thun und der pyramidenförmige Niesen den Wandernden Geleit. Auf gut ausgebauten Wegen der Route Panorama-Rundweg-Thunersee 26 von Schweiz Mobil wandert man auf der Nordseite des Sees anfangs durch schattige Wälder. Der weiche Waldboden federt unter dem beschwingten Tritt. Vorbei an den idyllischen Dörfern Hünibach und Aeschlen führt die Strecke nach Sigriswil.

Ohne Gepäck unterwegs

Der Wanderreiseveranstalter Eurotrek bietet die Tour rund um den Thunersee als 4-tägige Rundwanderung mit Gepäcktransport an. Die Wanderung kann von Anfang April bis Mitte Oktober täglich gestartet werden.

Selten gelangt man spektakulärer in einen Ort: Die elegante, moderne Panoramahängebrücke mündet sozusagen auf dem Dorfplatz. Mit 340 Metern ist sie eine der längsten Fussgängerbrücken der Schweiz. An der höchsten Stelle blickt man 180 Meter in die Gummischlucht hinab. Kommt das leise Zittern von den unsicheren Beinen oder vom sanften Wippen der Brücke? Schliesslich wandert man mit Blick über den See zu Alpengipfeln und Niesen wie auf dem roten Teppich nach Sigriswil hinein, wo das Gepäck dank Koffertransport schon im Hotel wartet.

Panoramaroute trifft Jakobsweg

Von Sigriswil führt der Panoramaweg nach Merligen am See, wo auf einem markanten Felssporn weithin sichtbar die Kirche liegt. Welch zauberhafter Ort für eine Pause. Hier geniesst man einen der schönsten Ausblicke über den Thunersee zu Eiger, Mönch und Jungfrau, Blüemlisalpmassiv, Stockhornkette und Niesen. Direkt am See liegt Schloss Ralligen, das im 14. Jahrhundert vom Augustiner-Kloster Interlaken als Rebgut genutzt wurde. Hier trifft die Panoramaroute auf den Jakobsweg. Panoramawegwandernde und Pilgernde mit Fernziel Santiago de Compostela wandern bis Interlaken Seite an Seite.

Auch ohne feuerspeienden Drachen stürzt beim Eingang zu den Beatushöhlen das Wasser tosend in die Tiefe.
Auch ohne feuerspeienden Drachen stürzt beim Eingang zu den Beatushöhlen das Wasser tosend in die Tiefe. Credit: Caroline Doka

Wer sich erfrischen mag, springt in Merligen in den See. Denn nun folgt ein steiler Anstieg hinauf zu den St. Beatus-Höhlen unterhalb von Beatenberg. Die imposanten Tropfsteinhöhlen im Niederhornmassiv mit ihren Jahrmillionen alten Stalagmiten und Stalaktiten sind einen Besuch wert. In den Höhlen soll laut einer Sage einst ein feuerspeiender Drache gehaust haben. Doch keine Sorge: Der Heilige Beatus trat dem Ungetüm mit dem Kreuz entgegen, worauf es flüchtete und im Thunersee ertrank.

Zurück am Tageslicht wandert man gemütlich zum See hinab und auf Uferwegen ins idyllische Naturschutzgebiet Neuhaus-Weissenau. Die ehemalige Deltalandschaft der Aare am Ostende des Thuner­sees bezaubert mit parkähnlicher Landschaft, Flachmooren, Auen und offenem Ried.

Vorbei an schönen Landschaften
Vorbei an schönen Landschaften Credit: Guy Perrenoud (fabimages)

Als eines der raren Flachufer am Thunersee bietet das Naturschutzgebiet über 200 Arten von Wasservögeln ein Zuhause. Hier liegt auch die Ruine Reichsburg Weissenau. Die Burg entstand als Befestigung an der Aaremündung in den Thunersee und zeugt von der Wichtigkeit des Bödelis – des Schwemmlandes zwischen Brienzer- und Thunersee – an der alten Handelsroute.

Zwischen den Seen

Der Panoramaweg führt nun entlang der Aare nach Unterseen auf dem Bödeli. Welch ein Genuss, auf der Seepromenade zu flanieren und in die Kleinstadtatmosphäre einzutauchen. Wenig später ist Interlaken erreicht, man folgt der Aare vorbei an historischen Holzhäusern und schönen Parks bis in den alten Stadtkern. Wie gut ist hier das ursprüngliche Interlaken mit seinen ersten Pensionen und Grand Hotels zu spüren, als mit dem aufkommenden Alpinismus in der Region von Eiger, Mönch und Jungfrau die erfolgreiche Tourismusgeschichte begann. Das Städtchen «zwischen den Seen» ist nicht nur der zweite Etappenort dieser Tour; hier, wo man die Aare wie als Wegmarke abermals überschreitet, ist zugleich auch die Streckenhälfte erreicht.

Die Königsetappe mit Chüngstuel

Nach dem Auf und Ab auf der Nordseite des Sees sind die Wandererbeine fit für die 20 Kilometer lange Königsetappe von Interlaken nach Spiez auf der südlichen Seeseite. Die Route steigt bereits hinauf zur Meielisalp stetig an. Ein Zvieri auf der Terrasse des Restaurants Meielisalp mit herrlichem Panoramablick auf Berge und See stärkt für weitere Wanderkilometer und Herausforderungen. Oberhalb von Leissigen etwa erwartet eine Hängebrücke die Wandernden. Das Pendant zur Brücke von Sigriswil spannt sich auf der südlichen Seeseite über den Spissigbach, ist 144 Meter lang und 60 Meter hoch. Der Blick schweift diesmal zu Beatenberg und Niederhorn. Den markanten Niesen sieht man von beiden Brücken aus, jeweils aus einem anderen Blickwinkel. Seiner charakteristischen Kegelform tut das keinen Abbruch.

Die Königsetappe hat es in sich: Nun geht es hinauf nach Spicherallmi und Chüngstuel, zu Deutsch Königsstuhl. Wahrlich königlich präsentiert sich hier der Ausblick über den Thunersee zu den Berggipfeln am nördlichen Ufer. Ufem Viertel heisst der mit 1067 Metern höchste Punkt der Tour. Der Abstieg zum See geht zwar etwas in die Beine, ist aber wunderbar aussichtsreich.

Zimtschnecken zum Abschluss

Entspannt wandert es sich von Faulensee fast eben zum Etappenort Spiez. Malerisch liegt der Ort in einer der schönsten Buchten Europas, darüber thront weitherum sichtbar Schloss Spiez. Von der Terrasse des Boutique Hotels La Belle Vue geniesst man den Blick über die Bucht auf Niederhorn und Sigriswilder Rothorn und lässt gemütlich den Wandertag ausklingen. Die Zimtschnecken sind im letzten Etappenhotel legendär, sein nordischer Charme ebenfalls.

Bei der Übernachtung im Städtchen Spiez erwartet die Wandernden eine der schönsten Buchten Europas.
Bei der Übernachtung im Städtchen Spiez erwartet die Wandernden eine der schönsten Buchten Europas. Credit: Guy Perrenoud (fabimages)

Nach der Königsetappe erscheint der Rest der Strecke ein Zuckerschlecken. Der Spiezerberg ist die höchste noch zu bewältigende ­Erhebung, bevor der Panoramaweg am Ufer beschaulich zurück nach Thun führt. In der Ferne heissen Niesen und Schloss Thun, die beim Start das Geleit gaben, die Wandernden herzlich ­Willkommen.

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